Die Bücher

Tanz im BiedermeierNeue Beiträge zur Aufführungspraxis

Schriftenreihe des Instituts für Alte Musik und Aufführungspraxis
an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
herausgegeben vom Institut für Alte Musik und Aufführungspraxis

Band VI: Tanz im Biedermeier
Ausdruck des Lebensgefühls einer Epoche

Herausgegeben von Barbara Boisits und Klaus Hubmann

Mille Tre Verlag, Wien 2006 • Bibliothek Wissenschaft
ISBN 978-3-900198-02-2
281 Seiten, 17 × 23,5 cm, Softcover
€ 29,70 •

Neue Beiträge zur Aufführungspraxis
Band VI

Symposion
Musizierpraxis im Biedermeier
Tanzmusik im ländlichen und städtischen Bereich
Graz, 26.–27. März 2004
Bericht

Tanz ist im Biedermeier eine der beliebtesten Formen der für diese Zeit typischen Geselligkeit, das Tanzen gehört sozusagen zur bürgerlichen Allgemeinbildung. Das Interesse an Volkskultur führt zur Übertragung ländlicher Tänze in den städtischen Raum. Diese werden auch zur Basis neuer Tänze, die – wie beispielsweise der Walzer – bis heute populär sind. Neben den öffentlichen Veranstaltungen waren vor allem Hausbälle wichtig, der massenhafte Bedarf brachte eine entsprechende Produktion mit sich, die für Verlage, Musiker und Komponisten wesentliche wirtschaftliche Auswirkungen hatte.

Der vorliegende Band – eine Fortsetzung der näheren Beschäftigung mit der musikhistorischen Relevanz des Biedermeier – enthält Beiträge zur musikalischen, sozialen, wirtschaftlichen und institutionellen Bedeutung von Tanz und Tanzmusik sowie zu deren Aufführungspraxis und künstlerischen Rezeption.

Reihe „Neue Beiträge zur Aufführungspraxis“

Rezension (Auszug)

Tanz im Biedermeier should be of interest to those dealing with nineteenth-century Austro-Hungary because social dance, music played by small ensembles, and “house music” were critical and ubiquitous forms of social intercourse in the era, a kind of public sphere that took place in drawing rooms (“house balls”), ballrooms, public gardens, and music halls.

[…] This volume is truly interdisciplinary and illuminating of culture in its quotidian workings. Scholars in literature might skip sections with technical musicology or choreographic notations, but the social history analyses in this text are exemplary, and the research helps to distinguish crossing points among the disciplines. These performance scholars embed their own work deeply in alternate scholarly communities and lead us in through the fascinating stories they tell in lucid, accessible prose.

Katherine Arens, The University of Texas at Austin

in: Modern Austrian Literature Vol. 41.1 (2008)

www.malca.org/mal

Inhalt:

Wolfgang Häusler:
Im Walzertakt zur Revolution. Literarische Spiegelungen bürgerlicher Tanzkultur

Walter Deutsch:
Dörfliche Tanzmusik im Biedermeier am Beispiel der Steiermark

Rainer Gstrein:
Ländliche und urbane Tanzmusik im Biedermeier in Österreich

Margit Legler und Reinhold Kubik:
Anmutige Verschlingungen. Tänze des Vormärz: Quellen – Notation – Ausführung

Andrea Harrandt:
„Das Leben ein Tanz.“ Zu den Tanzkompositionen von Johann Strauß Vater für den Wiener Fasching

Barbara Boisits:
Der erste Ball der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien im Jahre 1830

Cornelia Szabó-Knotik:
Tanzmusik im Wiener Musikverlag

Gunhild Oberzaucher-Schüller:
Transfer zwischen Residenz und Landeshauptstadt. Zum Bühnentanz in der Biedermeierzeit

Klaus Hubmann:
Grätzer Tänze 1815 bis 1848 – ein erster Bericht

Ingeborg Harer:
Tanzunterricht in Graz oder von der „edlen Gleichheit der Fußbewegung“

Helmut Kowar:
Der Aline-Walzer von 1822 und seine Interpretation auf einem Flötenwerk

Annegret Huber:
„Wiener Backhändel“: Was Franz Liszt mit seinen Soirées de Vienne in Pariser Salons über Schuberts Tänze „erzählt“ haben mag – eine Biedermeier-Perspektive?

 

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